Namibia:
Ökotourismus und Naturschutz
Um die Kooperation und Koordination
der Tourismusunternehmungen zu organisieren, wurde
im Februar 1991 die "Federation of Namibian Tourism
Associations (FENATA)" gegründet. Sechs
touristische Organisationen repräsentieren die
FENATA:
ANTA: Association of Namibian Travel
Agents (Reisebüros)
CARAN: Car Rental Association of
Namibia (Mietwagenunternehmen)
HAN: Hotel Association of Namibia
(Hotels, Lodges, Pensionen)
NAPHA: Namibian Professional Hunting
Association (Jagdfarmen)
TASA: Tour and Safari Association
of Namibia (Bus- und Safariunternehmen)
TRENABA: Tourism and Related Business
Association
Diese Dachorganisation der verschiedenen
Tourismusvereinigungen fungiert als Kommunikationsbrücke
zwischen der Regierung und den FENATA Mitgliedern
und dient als "Stimme" der namibischen Tourismusindustrie.
Sie arbeitet eng mit dem Ministerium für Tourismus
und Umwelt zusammen, um die Entwicklung zwischen dem
privaten Wirtschaftssektor und dem Staat zu fördern.
Namibia ist das erste Land der Welt,
in dem die Erhaltung der Natur und die schonende Nutzung
der Umwelt und des Wildbestandes in der Verfassung
verankert sind. Artikel 95 besagt:
"The State shall actively promote
and maintain the welfare of the people by adopting
... policies aimed at ... maintenance of ecosystems,
essential ecological processes and biological diversity
of Namibia and utilization of living natural resources
on a sustainable basis for the benefit of all Namibians,
both present and future ... "
Etwa 15% des Landes sind geschützt;
entweder als Naturschutzgebiete, Wildreservate, Erholungsstätten
oder Diamantengebiete. Der Schutz von seltenen und
vom Aussterben bedrohten Tierarten, wurde 1972 ins
Leben gerufen, als der Waterberg Plateau Park als
Schutzgebiet und Brutstätte für Tiere wie
das Weiße Nashorn, Elenantilope, Büffel
und Säbelantilope erklärt wurde. In dem
trockenen Damaraland, wo das Schwarze Nashorn und
der Wüstenelefant außerhalb der Nationalparks
leben, nahm die Anzahl der Wilderer drastisch zu,
und eine Aktion "Rettet das Nashorn" wurde
zu Beginn der achtziger Jahre gegründet. Um das
Überleben der Nashörner zu sichern, wurden
sie enthornt, denn die Wilderer jagten die Nashörner
nur wegen des Horns, das für sie viel Geld einbrachte
und in Japan als Potenzmittel verarbeitet wurde. Harte
Strafen wurden gegen Wilderer verhängt und dienten
zur Abschreckung. Heute ist Namibia eines der wenigen
Länder Afrikas, das einen wachsenden Bestand
an Schwarzen Nashörnern verzeichnet.
Weitere Aktionen wurden ins Leben
gerufen um das Überleben seltener Tiere zu sichern,
wie z.B. der Schutz des Geparden. Namibia ist die
Heimat der größten Gepardenpopulation der
Welt (ca. 2000 -3000). 95% dieser Raubkatzenart leben
auf Farmland und sind deshalb besonders bedroht, da
die Farmer diese Tiere meistens abschießen um
ihre Rinder und Schafe zu schützen.
In Namibia konzentriert man sich
zunehmlich auf den sanften Tourismus, um die Natur
nicht zu stark zu gefährden. Der Massentourismus
soll unterbunden werden. Kenia gilt in diesem Zusammenhang
als abschreckendes Beispiel und Namibia will diesen
Weg des Tourismus auf keinen Fall einschlagen. Lieber
Qualität, als Quantität, ist das Motto der
Tourismusindustrie und der realistische Weg um Namibias
zerbrechliche Umwelt zu schützen. Sechs der führenden
ökologisch-denkenden Tourismusunternehmungen
des Landes haben sich zusammengetan, um sich auf den
sanften Tourismus zu konzentrieren und diesen zu fördern. |