Namibia:
Sehenswürdigkeiten
1. Die Landesmitte
In der Mitte des Landes liegt Windhoek,
die Hauptstadt von Namibia. Sie ist umgeben vom hügeligen
Khomas-Hochland, sowie den Auas- und den Erosbergen.
Mit einer Höhe von 1650m ü.d.M. liegt die
Stadt etwa gleich hoch wie Johannesburg oder Denver/Colorado.
Heiße Tage und kühle Nächte sind typisch
für das hier herrschende Halbwüstenklima.
Das Wort Windhoek heißt soviel wie "Windecke"
und man nimmt an, daß der Nama Häuptling
Jan Jonker Afrikaner diesen Namen gewählt hat,
weil seine Vorfahren in den Winterhoekbergen in der
Kapprovinz gelebt haben.
Die Hauptstraße der Stadt
ist die Independence Avenue (Unabhängigkeitsallee).
Vor der Unabhängigkeit hieß diese Straße
noch Kaiserstraße (benannt nach Kaiser Wilhelm
II.). Zahlreiche Springbrunnen und große Fußgängerzonen
mit europäisch anmutenden Straßen- oder
Gartencafés und Biergärten verbreiten
eine entspannte, gemütliche Athmosphäre.
Im zentral gelegenen Zoopark laden grüne Rasenflächen,
alte Bäume und wunderschöne Gartenanlagen
zum Verweilen ein.
Das Stadtbild Windhoeks ist von
einer Mischung aus historischen Gebäuden, die
im deutschen Baustil der Jahrhundertwende errichtet
wurden, und modernen Bauten des 20. Jahrhunderts geprägt.
Dieser Kontrast an Formen und Gestalt spiegelt die
Geschichte des Landes wider und verleiht der Stadt
einen einmaligen Charme. Zu den Gebäuden aus
der deutschen Zeit zählen der Tintenpalast (heißt
so, weil die Beamten dort früher ihre Schreibarbeiten
mit Feder und Tinte verrichtet haben), die Christuskirche
(1904 erbaut), die mit ihrem hohen Kirchturm zu eienm
dominierenden Wahrzeichen geworden ist, sowie die
Alte Feste, ein ehemaliges Fort, in dem heute ein
Museum und ein Restaurant untergebracht sind. Drei
deutsche Burgen (Heinitzburg, Schwerinsburg und Sanderburg)
überragen die Stadt und verbreiten eine romantische
Athmosphäre. Ein Reiterdenkmal, in Gedenken an
die gefallenen Schutztruppler in der Zeit von 1903-1907,
steht in der Nähe der Alten Feste.
Straßenhändler breiten
ihre Waren auaf den Gehsteigen und Pflastern der Stadt
aus. Das vielfältige Angebot aus kunsthandwerklich
gefertigten Holzschnitzereien, Körben und Tonwaren
spiegelt das reiche kulturelle Erbe Namibias wider.
Daan-Viljoen-Wildpark
Windhoek ist durch seine zentrale Lage der ideale
Ausgangspunkt für Reisen in alle Teile des Landes.
24 km westlich der Stadt liegt in den Hügeln
des Khomas Hochland der Daan-Viljoen-Wildpark. Dort
kann man verschiedene Antilopenarten, Zebras, Paviane
und Strauße, sowie über 200 Vogelarten
beobachten.
Okahandja
70 km nördlich von Windhoek liegt die von den
Hereros gegründete Stadt Okahandja. Alljährlich
treten tausende Hereros am letzten Sonntag im August
ihren Pilgerweg zum Ahnenfriedhof in der Stadt an.
Gross-Barmen
Der Thermalbadeort Gross-Barmen ,früher eine
Missionsstation, liegt 30 km westlich von Okahandja
und bietet mit seinem mineralhaltigem Thermalwasser
im Hallen-und Freibad eine gute Erholungsmöglichkeit.
Karibib
Karibib liegt an der Hauptstraße Windhoek-Swakopmund.
Der Ort ist bekannt für seine Marmorwerke und
das Angebot an Halbedelsteinen. Es gibt aber auch
eine Goldmine, die Navachab-Goldmine, die viel zum
Reichtum des Städtchens beiträgt. Das Gebiet
um Karibib ist reich an prähistorischen Felsmalereien
und Steingravierungen. Vor allem in den Erongobergen
nördlich von Usakos sind zahlreiche dieser Zeichnungen
zu finden. Unter Ihnen der "Weiße Elefant"
in der Philipshöhle. 35 km nordwestlich von Usakos
ragt urplötzlich aus den trockenen Ebenen der
Namib die 1829m hohe Spitzkoppe ("Matterhorn
Namibias") heraus. Auch in diesem Berg gibt es
Felszeichnungen. Ungefähr 150 km nördlich
von Karibib sind auf der Farm Ottjihaenamaparero Dinosaurierfußspuren
zu finden. Das Alter dieser Gruppierung von leicht
in den Felsen versenkter Spuren wird auf 150 bis 185
Millionen Jahre geschätzt.
Otjiwarongo
Otjiwarongo (250 km nördlich von Windhoek) ist
eine der größten Städte Namibias und
idealer Unterbrechungspunkt auf dem Weg in den Etosha-Nationalpark.
Man kann hier die im Ort gelegene Krokodilfarm besuchen.
Waterberg-Plateau-Park
Etwa 86km östlich von Otjiwarongo liegt der Waterberg-Plateau-Park.
Mit seinem eindrucksvollen Gebirgsmassiv aus rotem
Sandstein ist der Waterberg der einzige Gebirgspark
Namibias. Eine große Anzahl seltener und vom
Aussterben bedrohter Tierarten (z.B. das schwarze
und weiße Nashorn oder die Säbelantilope)
findet in dieser ungezähmten Wildnis eine Heimat.
Mit seinen zahlreichen Wanderwegen und dem hohen Wildbestand
zählt er zu den schönsten Naturparks des
Landes.
Fingerklippe
Weiter in Richtung Westen auf dem Wege nach Khorixas,
der Verwaltungshauptstadt des Damaralandes, findet
man eine weitere geologische Rarität, die sogenannte
Fingerklippe, ein 35m hohes Relikt prähistorischer
Erosion.
Damaraland
Das Damaraland ist faszinierend durch die rauhe Schönheit
seiner Landschaft. Weite Ebenen werden von in der
Ferne aufragenden Gebirgsketten abgelöst. Ungewöhnliche
Gesteinsformationen, die Fülle an Felszeichnungen
und -gravierungen, sowie die seltenen, dort einheimischen
Wüstenelefanten und Spitzmaulnashörner,
machen das Damaraland zu einem einmaligen Erlebnis.
Westlich von Khorixas liegt der Versteinerte Wald.
Hier sind von urzeitlichen Fluten bis zu 30m lange
Baumstämme angeschwemmt worden und im Laufe der
Jahrmillionen versteinert. Das Alter dieser fossilen
Baumstämme wird auf 200 Millionen Jahre geschätzt.
Nur wenige Kilometer südwestlich des Versteinerten
Waldes liegt Twyfelfontein, eine wahre Schatztruhe
an Felsmalereien und -gravierungen.
Verbrannte
Berg
Südlich von Twyfelfontein befindet sich in der
Öde der Landschaft der Verbrannte Berg. Das dunkle
Schiefer- und Basaltgestein erweckt den Anschein,
als wäre es in einem Inferno verbrannt. Eine
weitere geologische Besonderheit in der Nähe
sind die Orgelpfeifen, eine Gruppe senkrecht aufsteigender,
ineinander verschobener Basaltbblöcke.
Brandberg
Ungefähr 100 km südlich von Khorixas ragt
einsam und geheimnisvoll das majestätische Brandbergmassiv
aus der trockenen Halbwüste auf und beherrscht
die umliegende Gegend. Sein Hauptgipfel, der Königstein,
ist mit 2573 m der höchste Berg des Landes. In
den Schluchten und Höhlen des Brandbergmassivs
hat man zahlreiche prähistorische Felszeichnungen
und Steingravierungen gefunden, wovon die Zeichnung
der "Weißen Dame" wohl die berühmteste
ist. Sie ist deshalb so berühmt und rätselhaft,
weil sie nicht wie andere Malereien ein Tier oder
einen Jäger darstellt, sondern eine Dame mit
Pfeil und Bogen, und noch dazu in ungewöhnlichem
Weiß.
2. Der Süden
Der Süden ist des Landes ist
ein halbtrockenes Savannengebiet mit den für
dieses Klimagebiet typischen Euphorbien- und Aloengewächsen.
Die Landschaft des Südens ist von einzigartiger
Schönheit.
Hardapdamm
Der Hardapdamm, ein 25 km2 großer Stausee, liegt
250 km südlich von Windhoek an der Fernstraße
nach Keetmannshoop und ist ein ideales Erholungsgebiet
für Angler und Wassersportler.
Köcherbaumwald
Keetmanshoop ist die größte Stadt im Süden
und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. In der Stadt
gibt es eine Vielzahl interessanter alter Gebäude
aus der deutschen Kolonialzeit. Ungefähr 20 km
nördlich von Keetmanshoop befindet sich der Köcherbaumwald,
eine imposante Ansammlung der wunderschönen Aloenart
Aloe dichotoma. Der Baum wird Köcherbaum genannt,
weil die Buschmänner die markgefüllten Äste
zu Köchern verarbeiteten um dort dann ihre Jagdpfeile
hineinzutun.
Der Brukkaros, ein erloschener Vulkan,
liegt an der Hauptstraße zwischen Windhoek und
Keetmanshoop. Dieser vegetationslose, schwarze, mit
Lavagestein bedeckte Berg ist eine geologische Rarität,
dessen Krater einen Durchmesser von 2000 m hat. Das
Dorf Bethanien hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit.
Das Schmelenhaus, von Missionar Heinrich Schmelen,
und das Haus des Oorlam Häuptlings Fredericks
zählen zu den ältesten Gebäuden des
Landes.
Schloß Duwisib
Schloß Duwisib liegt am Rande der Namib, ca.
70 km südwestlich von Maltahöhe. Das Schloß
wurde 1908 vom exzentrischen Baron von Wolff für
seine amerikanische Frau inmitten der kargen Wildnis
erbaut. Heute ist das Schloß ein Museum.
Fischfluß-Canyon
Im äußersten Süden des Landes befindet
sich eines der größten Naturwunder Afrikas,
der Fischfluß-Canyon. Die gewaltige Schlucht
ist 161 km lang, 27 km breit und teilweise bis zu
550m tief. Die steilen Felsen fallen abrupt vom Plateau
ab. Der Fischfluß ist das größte
Canyon der südlichen Hemisphäre, seine Großartigkeit
wird nur vom Grand Canyon in den USA übertroffen.
Es gibt einen Wanderweg über 90 km durch das
Canyon bis zu den warmen Quellen von Ai-Ais. Die Thermalquellen
von Ai-Ais (ein Wort aus der Nama Sprache, was soviel
heißt wie "sehr heiß") liegen
am Ausgang der Schlucht und sind ein beliebtes Ziel
für Wanderer und Besucher.
3. Das Namibgebiet
Für Landschaftsliebhaber ist
der Zauber der Namib nicht zu übertreffen. Das
rätselhafte Spiel von Licht und Schatten wechselt
je nach Tageszeit und Lichteinfall in ständig
neuen Farben und Kontraste über.
Namib-Naukluftpark
Im zentralen Namibgebiet liegt der Namib-Naukluftpark.
Er ist mit 49768 km2 das größte Naturschutzgebiet
des Landes und das viertgrößte der Welt.
Die Landschaft wechselt vom erhabenen Gebergsmassiv
zu Wüstenebenen und hohen Dünen , von tiefen
Schluchten bis zur den Gezeiten ausgesetzten Lagune.
Welwitschia
Panoramastraße
Die Welwitschia Panoramastraße führt durch
weite, offene Ebenen, wo Oryxantilopen, Zebras und
Springböcke weiden, weiter in die unwirtliche
Mondlandschaft im Swakopflußtal. In diesem Flußtal
befindet sich auch die Oase Goanikontes. Die satte,
grüne Vegetation steht im Kontrast zur trockenen
Wüstenlandschaft. Eine der wohl hartnäckigsten
Pflanzen in der Namib ist die Welwitschia mirabilis,
eine fossile Pflanze, die mehrere hundert bzw. tausend
Jahre alt werden kann. Das Alter einer besonders großen
Pflanze wird auf 1500 Jahre geschätzt. Die Pflanze
hat nur zwei Blätter, die vom trockenen Wüstenwind
gespalten werden und an den Enden austrocknen. Ihre
Wurzeln liegen drei Meter tief im Boden. Mit der Feuchtigkeit
aus dem nächtlichen Tau und dem morgentlichen
Frühnebel kann die Welwitschia, genau wie viele
andere Lebewesen der Namib überleben
Naukluft
Die Naukluft ist ein Gebiet, das nordwestlich von
Maltahöhe an der Straße nach Swakopmund
gelegen ist, und es umfaßt das gebirgige Plateau
sowie den Randbereich der Namib. Die Naukluftberge
sind besonders zum Wandern gut geeignet. Hier fand
auch die entscheidene Schlacht zwischen der deutschen
Schutztruppe und dem Nama Häuptling Hendrik Witbooi
statt. Westlich der Naukluftberge stürzt der
Tsauchabfluß plötzlich in eine enge, tiefe
Schlucht, das Sesriem Canyon. Übersetzt heißt
das "sechs Riemen".
Als die Siedler mit ihrem Ochsenwagen
durchzogen, brauchten sie sechs aneinander gebundene
Riemen um aus der Schlucht Wasser zu schöpfen.
Sossusvlei
Das Sossusvlei liegt 50 km westlich vom Sesriem Canyon.
Dort wird dem Tsauchabfluß, der nur alle 5 Jahre
einmal Wasser führt, von den höchsten Dünen
der Welt (bis 350 m hoch) der Weg zur Küste versperrt.
Das Gebiet ist ein einziges Märchen aus Sand,
soweit das Auge reicht. Die Farbschattierungen variieren
von blaßgelb bis zu leuchtenden Rot- und Orangetönen.
Wenn sich einmal Wasser in der Senke des Trockenflußes
ansammelt, kommen sogar Wasservögel von der Küste
hierher. Oryxantilopen, Springböcke und Strauße
ziehen das ganze Jahr über in die Senke. Sie
ernähren sich von der entlang den spärlichen
Rinnsalen wachsenden Vegetation.
Diamantensperrgebiet
Im aüßersten Südwesten Namibias befindet
sich das Diamantensperrgebiet, ein Gebiet so groß
wie das Bundesland Hessen. Die einzige Stadt befindet
sich an der Mündung des Oranjeflußes und
heißt deshalb auch Oranjemund. Diese entlegene
Stadt kann man nur aus der Luft, oder von Südafrika
über den Landweg erreichen. Dort werden Diamanten
aus dem Wüsten- und Meeressand gewonnen. Das
gesamte Sperrgebiet ist deshalb auch für Besucher
nicht zugänglich. Dadurch ist dieses Gebiet eines
der Wenigen auf der Welt, das noch unberührt
ist und auch bleiben soll.
Lüderitzbucht
Lüderitzbucht ist eine Hafenstadt im südwesten
des Landes, nördlich des Sperrgebietes gelegen.
Sie liegt zwischen den Dünen der Namib und den
stürmischen Fluten des Atlantischen Ozeans. Sie
verdankt ihrer Entstehung dem Bremer Kaufmann Adolf
Lüderitz, der sie 1884 als erste deutsche Siedlung
in Deutsch-Südwestafrika gründete. Viele
Jugendstilbauten, die in der deutschen Zeit um die
Jahrhundertwende errichtet wurden, zieren die Stadt
und geben dem Ort einen einmaligen Charme. Die schwarzen
Felsen und das glitzernde Meer in der Bucht von Lüderitz
bilden einen kontrastreichen Hintergrund und untermalen
den einzigartigen Charakter dieser Stadt. Die umliegenden
Buchten bieten einsame Strände, sowie interessante
Höhlen, Lagunen und Riffe. Ein paar Kilometer
außerhalb des Dorfes befindet sich die Geisterstadt
Kolmanskuppe. Während der Zeit des Diamantenfiebers
(1908) ist dort eine moderne und reiche Stadt aus
der Wüste geboren worden. Es gab mehr Champagner
als Wasser und die Stadt erlebte eine rauschende Ballnacht
nach der anderen. Als das Diamantenfieber wieder abflaute,
wurde die Stadt der Wüste überlassen und
der Sand steht heute bereits meterhoch in den einsamen
Häusern. In dem großen
Ballsaal bekommt man Einblick in
den Glanz früherer Nächte.
Walvis Bay
Die zweitgrößte Stadt Namibias ist die
Hafenstadt Walvis Bay. Es ist der einzige Tiefseehafen
des Landes. Diese frühere Enklave, die südafrikanisches
Hoheitsgebiets war, wurde im März 1994 an Namibia
abgegeben. Die Lagune von Walvis Bay bietet hunderten
von Flamingos, Pelikanen, Komoranen und sonstigen
Wassertieren einen optimalen Lebensraum. Bei Sandwichbucht,
ca 42 km südlich von Walvis Bay, liegt eine gewaltige,
von Schilf und majestetischen Dünen umgebene
Lagune, die ebenfalls ein Zufluchtsort vieler Wassertiere
ist.
Swakopmund
30 km nördlich von Walvis Bay liegt der beliebteste
Ferienort an der Westküste Namibias: Swakopmund.
Dieser Ort hat einen einzigartigen Charme und erinnert
an ein deutsches Städtchen zwischen Wüste
und Meer. Zahlreiche Palmenalleen und Parkanlagen,
sowie die guterhaltenen Jugendstilbauten aus der Kolonialzeit
geben dem Küstenort eine ruhige, entspannende
und reizvolle Athmosphäre. Viele dieser Gebäude,
die das Stadtbild im wesentlichen prägen, stehen
unter Denkmalschutz, wie z.B. der Bahnhof, das Amtsgericht
oder das ehemalige Gefängnis. An den Stränden
Swakopmunds gibt es ausgezeichnete Möglichkeiten
zum Angeln und zum Baden. Wegen des milden Klimas
kommen während der Sommermonate viele Besucher
aus dem Inland nach Swakopmund, um der Hitze zu entfliehen.
Ein Besuch im Museum, in der Hansa Brauerei, wo vorzügliches
Bier hergestellt wird, oder in der Gerberei , wo verschiedene
Lederwaren wie die bekannten Kudulederschuhe hergestellt
werden, ist sehr interessant.
Der 200 km lange und 20 km breite
Küstenabschnitt, der sich nördlich von Swakopmund
bis zur Ugabmündung erstreckt, wird als "Nationaler
Touristen Erholungsbereich Westküste" bezeichnet.
Henties Bay, Jakkalsputz, und Meile 108 gehören
zu den beliebtesten Erholungsorten, wo man sehr gut
Angeln kann. Nördlich von Henties Bay, am Kreuzkap,
befindet sich eine geschützte Robbenkolonie.
Hier tummeln sich unzählige Kap-Pelzrobben im
kalten Atlantikwasser. Entlang der Küste gibt
es zahlreiche Inseln und geschützte Buchten,
die den Robben als Brutstätte dienen. Dieser
Küstenabschnitt ist auch von geschichtlicher
Bedeutung, denn der portugiesische Seefahrer Diego
Cao errichtete 1486 als erster Europäer ein Steinkreuz
am Kreuzkap.
Der Skelettküstenpark erstreckt
sich über mehr als eineinhalb Millionen Hektar
von der Ugabmündung bis zum Kunenefluß,
der Grenze zu Angola. Der Park heißt so, weil
an diesem Küstenabschnitt sehr viele Schiffswracks
liegen, die der rauhen Küste zum Opfer fielen.
Die Landschaft erscheint rätselhaft, mit dicken
Nebelschwaden,großen Kiesflächen und Luftspiegelungen.
Zahlreiche Schiffswracks und verlassene Minen unterstreichen
die geisterhafte Atmosphäre. Terrace Bay und
Torra Bay sind zwei bekannte Erholungsorte die man
besuchen kann. Der nördliche Teil des Parkes
ist mit dem Auto nicht erreichbar. Dieses Gebiet kann
man nur mit einer Flugsafari besichtigen.
4. Der Norden
Etosha-Nationalpark
Die wohl bekannteste Attraktion Namibias ist der Etosha-Nationalpark
im Norden des Landes. Dieser Park ist einer der wichtigsten
Naturschutzgebiete Afrikas. Er wurde 1907 vom damaligen
deutschen Gouverneur von Lindequist zum Wildreservat
erklärt. "Etosha" heißt soviel
wie "großer weißer Platz". Damit
ist die rund 5000 km2 große Etoshapfanne, eine
flache Senke mit stark salzhaltigem Boden, im Herzen
des Parks gemeint. Vor ein paar tausend Jahren war
die Pfanne ein großer See, gespeist von dem
Wasser des Kuneneflußes aus dem angolanischen
Hochland. Doch der Fluß änderte seine Richtung
zum Atlantischen Ozean und der See trocknete langsam
aus. Nur in der Regenzeit sammelt sich noch ein wenig
Wasser in der Pfanne, die dann von vielen Wasservögeln
bevölkert wird. Mehr als 144 verschiedene Säugetiere
bevölkern den 22 270 km2 großen Park, wie
z.B. Elefanten, Giraffen, Gnus, Nashörner, Büffel.
Die Raubtiere sind durch Löwen, Leoparden und
Geparden vertreten. Schakale und Hyänen sind
die "Aaspolizei" des Parks. Auch sämtliche
Antilopenarten sind im Park ansässig, von der
stattlichen Elenantilope bis zum winzigen Damara Dik-Dik.
Zebras, Springböcke und Oryxantilopen sind am
häufigsten anzutreffen. Außerdem gibt es
rund 340 verschieden Vogelarten im Park, von denen
ca. ein drittel Zugvögel sind. Die meisten Tiere
halten sich in der Nähe der Pfanne auf, da sie
den salzhaltigen Boden als Lecke benutzen. Über
50 künstlich angelegte Wasserlöcher stehen
den Tieren als Tränke zur Verfügung und
dienen den Touristen als Beobachtungspunkte.
Der Park hat drei Rastlager, jedes
mit einer eigenen, speziellen Athmosphäre. Namutoni,
im Osten des Parks , ist ein altes deutsches Fort
aus dem Jahre 1903. 60 km westlich von Namutoni liegt
das zweite Rastlager Halali. Seinen Namen verdankt
es einer alten deutschen Jagdtradition. Weitere 60
km westlich ragt der Aussichtsturm des Rastlagers
Okaukuejo aus der Savanne heraus. Hier befindet sich
unmittelbar am Lager eine Wasserstelle, die die ganze
Nacht beleuchtet ist. Elefanten und andere Tiere kommen
abends zum Trinken dorthin. Der Etosha Nationalpark
wird fachmännisch geführt, die Erhaltung
der Natur ist oberstes Prinzip. Er zählt zweifellos
zu den größten und wichtigsten Naturschutzgebieten
in Afrika. Durch die begrenzte Größe der
Rastlager im Park hat man das Gefühl, mitten
in der Wildnis zu sein.
Ungefähr 80 km östlich
des Parks liegt die Minenstadt Tsumeb in der mehr
als 184 verschiedene Metalle gefördert werden,
wobei zehn davon nirgendswo sonst auf der Welt vorkommen.
Etwa 24 km nordwestlich von Tsumebliegt der Otjikotosee,
einer kleiner, aber bis zu 76m tiefer See, der bezüglich
seiner Entstehung sehr viele Fragen offen läßt.
Die deutschen Schutztruppen versenkten kurz vor der
Kapitulation im ersten Weltkrieg hier ihre Kanonen,
um zu verhindern, daß diese dem Feind in die
Hände fielen. Der Zwillingssee des Otjikotosees,
der Guinassee, liegt etwa 15 km entfernt und ist ungefähr
132m tief.
Wenige Kilometer außerhalb
des kleinen Städtchens Otavi befindet sich das
Khorab-Denkmal, errichtet zum Gedenken an den 9. Juli
1915, den Tag an dem die deutschen Truppen vor den
südafrikanischen Streitkräften kapitulierten.
Der Hoba-Meteorit wurde 1920 auf der gleichnamigen
Farm etwa 20 km von Grootfontein entdeckt. Er ist
der größte bislang entdeckte Meteorit der
Welt und wiegt ca. 54 Tonnen. Wissenschaftler schätzen,
daß er vor etwa 80 000 Jahren auf die Erde fiel.
Der Kaudum-Wildpark liegt ganz im
Osten an der Grenze zu Botswana. Verschiedene Antilopenarten,
Gnus, Löwen und Elefanten kommen in diesem Naturschutzgebiet
vor. Das Kavango- und Caprivigebiet im Nordosten Namibias
ist für den Naturtouristen nicht sehr entwickelt.
Rundu ist die größte Stadt am Okavangofluß,
der die Grenze zu Angola bildet. Der Okavango führt
das ganze Jahr über Wasser und bleibt für
etwa 400 km Namibias nordöstlicher Grenzfluß,
bis er am Beginn des Caprivizipfels nach Süden
zum Okavangodelta abknickt. An dem Fluß sind
heute noch zahlreiche Missionsstationen gelegen. Es
gibt zahlreiche Wassertiere im und am Okavango, wie
z.B. Nilpferde, Krokodile, Tigerfische sowie eine
Vielzahl an Raubvögeln wie z.B. der Fischadler.
Der Caprivi-Wildpark und der Mahango-Wildpark
werden vom Okavango getrennt und bieten eine große
Auswahl an Tierbeobachtungen. Der Ostcaprivi wird
von den Flüssen Kwando, Linyanti, Chobe und Zambezi
begrenzt. Die größte Stadt ist Katima Mulilo
und ist direkt am Zambezi gelegen. Der Ostcaprivi
ist ein Sumpfgebiet, das regelmäßig von
den Flüssen überschwemmt wird.
Kaokoland
Das annähernd 50 000 km2 große Kaokoland
im nordwesten Namibias ist eine der letzten wirklich
unberührten Regionen der Erde. Es ist die Heimat
der Ovahimba, die mit 6000 Personen etwa ein Drittel
der Gesamtbevölkerung dieses abgelegenen Gebietes
ausmachen und heute noch auf traditionelle Weise leben.
Das gesamte Kaokoland war ursprünglich Teil des
Etosha-Schutzgebietes und es war nicht nur für
die Jagd, sondern auch für den gesamten Fahrzeugverkehr
verboten. Dieser deutsche Grundgedanke wurde nach
Beendigung der Kolonialverwaltung von den nachfolgenden
Herrschern nicht mehr beachtet. Etosha wurde von seinem
Hinterland, dem Kaokoland, durch vieh- und wildsichere
Zäune abgeschnitten, so daß die natürlichen
Wanderungsbewegungen der Wildtiere unterbrochen waren.
Es dauerte nicht lange, bis das erste große
Wildsterben begann.
Das Owamboland nördlich des
Etosha Nationalparks ist die Heimat der Owambos, der
am häufigsten vertretenen Volksgruppe Namibias.
Dieses Gebiet war jahrelang Schauplatz eines brutalen
Buschkrieges zwischen den Guerillakämpfern der
SWAPO und den südafrikanischen Streitkräften.
Dadurch war dieses Gebiet bis vor einigen Jahren noch
für Touristen unzugänglich. Im äußersten
Nordwesten des Owambolandes befinden sich die Ruacana
Wasserfälle des Kuneneflußes. Hier ist
ein Wasserkraftwerk gebaut worden, das Namibia zum
größten Teil mit Strom versorgt. Die größeren
Städte Ondangwa und Oshakati sind die wichtigsten
Handelszentren im Owamboland. Vor weniger als einem
Jahrhundert schrieb der Entdecker Charles Andersson
über das Owamboland: "Es ist ein herrliches,
offenes Land, das für afrikanische Verhältnisse
ausgesprochen intensiv bebaut wird. Ringsum ist es
von unendlichen, dichten Wäldern umgeben - kurz
gesagt: eine vollkommene Oase inmitten der Wüste."
Betrachtet man diese Landschaft heute, so sind von
dem einst dichten Wald nur noch die durch Tabu geschützten
Obstbäume übrig. Gepflügte Felder erwarten
den Regen, der dem Land Fruchtbarkeit schenkt. Bleibt
der Regen aus, wird die harte Wirklichkeit sichtbar:
der Boden ist durch zu starke Bewirtschaftung erschöpft.
Dann ist das Owamboland der Wüste ähnlicher
als der Oase, die Andersson so bewunderte.
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